Warum müssen manche 3D-Designs vor dem Druck korrigiert werden?

Beim Hochladen eines 3D-Modells in die Galerie kann es sein, dass das Modell ohne geometrische Korrekturen nicht in 3D gedruckt werden kann. Der häufigste Grund hierfür ist, dass das Modell keinen eindeutigen Körper beschreibt. Es kann aber auch sein, dass bestimmte Details zu klein oder dünn für den 3D-Druck sind.
Die meisten aktuell verfügbaren Tools zur Erstellung von 3D-Modellen sind auf die Modellerstellung für Animationen und die visuelle Darstellung ausgelegt. Daher müssen die Modelle meistens nicht solide sein, und es wird nur ihre Oberfläche dargestellt. Die reinen Oberflächendaten sind hingegen manchmal unzureichend, um anhand des 3D-Designs einen 3D-Druck anzufertigen.
Sofern möglich, korrigieren unsere Software-Tools das 3D-Modell automatisch. Manche Probleme können jedoch eine manuelle Überarbeitung des Modells erfordern. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über mögliche Probleme.

  • Kanten und Löcher

    Ein 3D-Modell kann Oberflächen mit Kanten enthalten, die kein Volumen beschreiben. Diese Oberflächen haben demnach keine Dicke und können daher nicht realisiert werden. Selbst kleinste Löcher in beinahe geschlossenen Oberflächen verhindern dennoch die vollständige „Dichtigkeit“ und damit die Ausführbarkeit.
    Dieses Problem lässt sich auf unterschiedliche Arten beheben: Entweder indem die Oberfläche entfernt wird, oder indem sie extrudiert wird (mithilfe der Funktionen „Schieben/Ziehen“ oder „Verschieben“ der 3D-Software) oder indem alle Löcher geschlossen werden, um geschlossene Oberflächen zu erhalten.
  • Falsche Ausrichtung von Vorder‑ und Rückseite

    Bei den meisten Software-Anwendungen für die 3D-Modellerstellung haben Oberflächen eine Vorder‑ und eine Rückseite. Bei geschlossenen Oberflächen wird anhand von Vorder- und Rückseite definiert, wo bei dem definierten Volumen innen und außen ist. Es kann vorkommen, dass die Ausrichtung der Oberfläche nicht kohärent ist und die Trennung zwischen Innen‑ und Außenseite des Objekts daher nicht eindeutig ist.
    Meistens lässt sich diese Inkohärenz beheben, indem bei den betroffenen Flächen Vorder- und Rückseite vertauscht werden. Bei manchen Oberflächen (etwa dem Möbiusband oder der Kleinschen Flasche) lässt sich die Ausrichtung überhaupt nicht festlegen. Um Objekte dieser Art zu realisieren, muss die Oberfläche ausgeschnitten und anschließend durch Extrusion dicker gestaltet werden.
  • Berührungskanten oder ‑punkte

    Beim Entwurf von 3D-Modellen kann es passieren, dass Oberflächen entlang einer Kante oder eines Punktes miteinander verbunden sind. In diesen Fällen sind die in den Oberflächen enthaltenen Volumen nicht genau ermittelbar.
    Das Problem lässt sich beheben, indem die betreffenden Kanten bzw. Punkte verdoppelt werden, um die Oberflächen voneinander zu lösen. Die Kopien der Kanten bzw. Punkten können sich an genau derselben Position (denselben Koordinaten) befinden, aber jede Oberfläche muss über eine eigene Kopie der Kante bzw. des Punktes verfügen.